Technische Hochschule Ulm

Krise als Chance: Wie die THU innovative Lösungen für Herausforderungen der Conorapandemie findet


Am Standort Albert-Einstein-Allee werden im Studien- und Forschungsschwerpunkt „Gesundheit und Medizin“ der Technischen Hochschule Ulm Projekte zur Bekämpfung des Coronavirus entwickelt. Dabei wird die hochschuleigene Infrastruktur genutzt, um mit Partnern aus der Industrie schnell und wirksam Produkte und Methoden zur Bewältigung der aktuellen Pandemie zu entwickeln.

Die mit digitaler Hardware versehene „Gläserne Lunge“ (eine elektromechanische Testlunge) ermöglicht beispielsweise aussagekräftige Tests an neu entwickelten Beatmungsgeräten und deren Komponenten.

Der Hintergrund

Der rasche Ausbruch von COVID-19 führte Anfang 2020 in mehreren Ländern zu einem Zusammenbruch der Gesundheitssysteme. Ein besonderes Problem war und ist der Mangel an Beatmungsgeräten, die für die künstliche Beatmung schwerkranker Patienten auf Intensivstationen erforderlich sind. Infolgedessen wurden weltweit zahlreiche Initiativen zur Entwicklung und Produktion zusätzlicher Beatmungsgeräte gestartet. Mehrere Wettbewerbe bieten Preise für das beste Open-Source-Design, das sich für den Nachbau auf der ganzen Welt eignet. Daher erweiterte ein Team an der THU die vorhandene „Gläserne Lunge“ um damit eine an COVID-19 erkrankte Lunge simulieren zu können. Die Hardware des Prüfstands wurde dazu erneuert und wird nun rein digital von einer speicherprogrammierbaren Steuerung kontrolliert. So kann man das Verhalten der Testlunge vollständig in Software bestimmen und eine Vielzahl von pathologischen Veränderungen der Lunge simulieren. Dabei arbeiten die Professoren und Mitarbeitenden der THU eng mit den Ärzten des benachbarten Uniklinikums zusammen. Deren Erfahrungen mit COVID-19-Krankheitsverläufen fließen direkt in die Optimierung der Testumgebung mit ein.

Bereits im Test

Die „Gläserne Lunge“ wurde in den vergangenen Monaten bereits für mehrere Tests mit neu entwickelten Beatmungsgeräten genutzt, beispielsweise bei einem Aufbau der Uni Marburg, der ein handelsübliches CPAP-Gerät zur Behandlung nächtlicher Schlafapnoe zu einem Beatmungsgerät aufwerten soll. Den Heizungshersteller Viessmann unterstützte die Forschergruppe mit Messungen an einem kurzerhand entwickelten Beatmungsgerät. Ein weiteres Projekt, an dem die Medizintechnik-Experten der THU mitwirken, steht in den Startlöchern, um günstige, aber sichere Beatmungsgerätes in und für Afrika zu fertigen – mit Unterstützung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Kontakt zur Technischen Hochschule Ulm

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Heiko Peuscher

Website

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​Die Online-Innovationstour wurde vom Stadtentwicklungsverband Ulm/Neu-Ulm initiiert

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