Universität Ulm
Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik

Pilotanlage für vernetztes Fahren

In Ulm-Lehr wird an der zukünftigen Mobilität geforscht

Zusammen mit weiteren Partnern arbeitet das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm an der Pilotanlage in Ulm-Lehr an der Zukunft der Mobilität: Das Sichtfeld automatisierter Fahrzeuge wird durch Sensoren in der Infrastruktur erweitert. Trotz Verdeckung der vorfahrtsberechtigten Straße durch ein Gebäude kann das automatisierte Versuchsfahrzeug des Instituts gezielt in eine Lücke einfädeln, die ihm von der Infrastruktur gemeldet wird. Die Arbeiten erfolgten im Rahmen des vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekts MEC-View (www.mec-view.de) und werden u.a. im Rahmen des EU-Projekts ICT4CART (www.ict4cart.eu) weitergeführt. Ein Fokus ist dabei latenzarme - also möglichst schnelle - Mobilfunkübertragung und Verarbeitung der Daten, damit diese quasi in Echtzeit im Fahrzeug zur Verfügung stehen.

Was diese Innovation so besonders macht

Stellvertretend für eine Vielzahl von Kreuzungen, die für die Sensoren eines automatisierten Fahrzeugs beispielsweise durch Verdeckungen schwer einsehbar sind, können im Testfeld Ulm-Lehr die erforschten Verfahren im realen Verkehr erprobt und weiterentwickelt werden.

Dabei stehen am Institut neben den Funktionen im eigenen, vollautomatisierten Versuchsfahrzeug zur vorausschauenden Planung der Fahrt auch die Verfahren in der Infrastruktur zur Verarbeitung der Sensordaten im Fokus. Hierbei wird aus den von den verschiedenen Sensoren erfassten Informationen über Verkehrsteilnehmer ein so genanntes Umgebungsmodell berechnet. Dieses Umgebungsmodell beinhaltet beispielsweise die Art, Position, Größe und Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern. Um Verzögerungen in der Übertragung und Berechnung zu kompensieren und eine vorausschauende Planung zu erlauben, wird zudem eine Vorhersage über das erwartete zukünftige Verhalten auf Basis dieses Umgebungsmodell berechnet. Das Umgebungsmodell und die Vorhersage werden dann an das automatisierte Versuchsfahrzeug über eine 4G/5G Mobilfunkverbindung gesendet, das auf dieser Basis selbst entscheiden kann, in welche Lücke es einfädeln möchte.

Das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik an der Uni Ulm

Automatisiertes und unfallfreies Fahren sowie emissionsfreie Mobilität sind zwei visionäre Ziele, an deren Verwirklichung am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Dietmayer gearbeitet wird. Die Grundlage dazu stellt die Forschung und Entwicklung von modernen Verfahren der Mess- und Regelungstechnik, der Signalverarbeitung, der (Echtzeit-)Optimierung sowie des maschinellen Lernens dar, die auf Fragestellungen in den Gebieten automatisiertes und vernetztes Fahren, Elektromobilität sowie mechatronische Systeme angewendet werden. Die Praxistauglichkeit unserer Forschung ist uns ein wichtiges Anliegen und wird u. a. an eigenen automatisierten Versuchsfahrzeugen, Prüfständen sowie der Pilotanlage in Ulm-Lehr demonstriert.

Über die Universität Ulm

Ein attraktives, zukunftsträchtiges Fächerangebot, eine hohe Ausbildungsqualität, Internationalität und Interdisziplinarität sowie innovative Forschung auf höchstem Niveau sind die Markenzeichen der Universität Ulm.

Rund 10 000 Studierende werden in vier Fakultäten mit großem Engagement  betreut. Die Fakultäten Medizin, Naturwissenschaften, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie bieten über 60 Studiengänge.

Hochschulen wie die Universität Ulm vermitteln nicht nur Wissen, sondern sie produzieren auch Wissen in Form von Forschungsergebnissen. Sie sind damit Treiber und Impulsgeber für Innovationen und Zukunftstechnologien.

Kontakt zur Universität Ulm

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Michael Buchholz
Universität Ulm
Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik
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